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Tania Konnerth
 

Ein herzliches Hallo!

 

Tanias Newsletter
Ausgabe 4

15.11.2011


   

In diesen Tagen lese ich ein sehr interessantes Buch: "Waiting for Jack" heißt es, wurde Kristen Moeller verfasst und ist bis jetzt nur auf Englisch erschienen.

Es geht in diesem Buch um das Phänomen, dass viele von uns ihr ganzes Leben damit verbringen, auf etwas zu warten bzw. auf etwas zu zielen – . . . und dabei mehr oder weniger zu leben vergessen. Wenn wir nur das und das hätten, wenn wir nur dies und jenes könnten, wenn nur endlich der Richtige käme, wenn wir nur endlich eine wirklich gute Idee hätten . . . – ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich muss zugeben, dass ich tatsächlich seit langer Zeit genauso lebe.

Ich habe mich mit meinem Streben nach immer mehr oder immer anders in eine Warteschleife begeben und darüber das tatsächliche Leben vernachlässigt. Den Blick immer auf das gerichtet, was ich (noch) nicht habe / kann / erreiche (und vielleicht nie bekommen / können / erreichen werde), habe ich mehr und mehr das aus dem Blick verloren, was ich habe, was ich kann und was ich schon erreicht habe.

Besonders deutlich war es in Bezug auf meine Arbeit: Etwas fertig zu stellen, schaffte mir keine Befriedigung mehr, weil ich in Gedanken schon wieder beim nächsten Projekt war, bei DEM Projekt, das alles ändern würde. Aber auch in vielen anderen Bereichen trieb ich mich immer weiter zu dem bisher Unerreichten, also zu dem, von dem ich mir dann endlich Glück und Zufriedenheit erhoffte. Wenn ich mich nur genug ändern würde . . . , wenn ich endlich das und das und das schaffen würde, . . . wenn nur erst diese Phase vorbei ist . . .

Stopp! Genauso will ich nicht mehr denken! Wie diejenigen unter Ihnen, die auch schon die letzten Ausgaben dieses Newsletters gelesen haben, wissen: Ich befinde mich gerade in einer Phase, in der mir das Leben alles bisher so Wohlsortierte und Vorausgeplante komplett auf den Kopf stellt. Nichts gilt mehr, was galt und ich muss (oder darf?) noch einmal von vorne beginnen. Ich erwische mich oft dabei, wie ich denke: Wenn ich erst wieder mehr Kraft habe, . . . Oder: Wenn sich alles erstmal wieder gesetzt hat, . . . Oder: Wenn dieses Jahr endlich vorüber ist . . . Und damit mache ich genau das, was ich nicht mehr will: nämlich mein Leben aufschieben!

Ich denke, ich habe das Buch von Kristen Moeller nicht umsonst gerade jetzt gefunden. Noch einmal neu zu beginnen, bietet die Chance, mit alten Mustern zu brechen. Und so viel weiß ich: Ich möchte nicht länger eine ewig Wartende / Getriebene sein. Ich möchte nicht mehr darauf warten, "irgendwann" leben zu können, sondern ich will jetzt leben. Ja, manchmal ist das Jetzt schmerzhaft und manchmal fast unerträglich, aber genau so ist es dann eben. Ich glaube immer mehr, dass es darum geht, genau zu dem, was gerade ist (so wenig es vielleicht auch meinen Wunschvorstellungen entspricht), mein Ja zu finden. Denn nur mit dem Ja bin ich im Jetzt.

Natürlich wünsche ich mir gerade in den dunklen Phasen wieder Licht und im Schmerz sehne ich mich nach Trost und Erlösung. Aber wenn ich nur noch darauf warte, dass das eintritt (bzw. all die vielen Bedingungen, die ich an mein Glück geknüpft habe), mogele ich mich ums Leben herum. Eine Mogelei, die nichts anderes als Selbstbetrug ist, denn es gibt nichts zu gewinnen, im Gegenteil: Auf dem Spiel steht meine Lebenszeit, mein Leben.

Und deshalb mit einem kraftvoll-freudigen, aber manchmal auch ziemlich verzweifelten Ja!,
Ihre Tania Konnerth

 

What if we are enough and have enough, right now, as we are?
What if we realized there was nothing to wait for?

Kristen Moeller,
aus: "Waiting for Jack"

(Was wäre, wenn wir genug sind und genug haben,
genau so, wie wir gerade sind?
Was wäre, wenn wir erkennen, dass es nichts zu warten gibt?)

 

Neues auf meiner Website

Hier finden Sie alles Aktuelle der letzten zwei Wochen:

  • Blattlandkarten – Beim Fotografieren entdeckt: Blattstrukturen
    wirken ein bisschen wie Luftaufnahmen von Landschaften.
  • Leben verstehen? – Auf einem falschen Weg gewesen . . .

  • Berlin, Berlin – Gedanken zu unserer Geschichte
    und dem, was uns zu dem machte, Wer wir sind.
  • Farbspiele – Spielereien und Verfremdungen mit
    mit Regenbogenbildern.

  • Wohin? – Nur eine Frage.

 

Vorschau

In den nächsten zwei Wochen können Sie sich u.a. auf "Haus-" und auf "Nebel-Planeten" freuen :-)

Bis zur nächsten Ausgabe, dieses Newsletters, die ich am 1.12.11 verschicken werde, alles Gute für Sie!

 
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Bei der Schule 1
29575 Altenmedingen OT Bohndorf

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